HSG unterliegt im Derby bei der HSG Hanau mit 30:35 (15:18) –
Was für ein Derby, was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle! Die HSG Rodgau Nieder-Roden lieferte sich mit der HSG Hanau einen intensiven Schlagabtausch, kämpfte sich nach der Pause eindrucksvoll zurück und durfte zwischenzeitlich sogar auf den Auswärtssieg hoffen. Doch in der entscheidenden Phase fehlte den Baggerseepiraten die letzte Konsequenz. Hanau nutzte seine Chancen eiskalt und entschied das emotionsgeladene Duell mit 35:30 für sich.
Starke Moral bringt Rodgau zurück ins Spiel
Vor 673 Zuschauern in der Main-Kinzig-Halle erwischten die Gastgeber den besseren Start. Hanau setzte sich früh ab und stellte die Rodgauer Abwehr vor schwierige Aufgaben. Die Baggerseepiraten ließen sich davon jedoch nicht entmutigen, hielten dagegen und kämpften sich zwischenzeitlich wieder auf einen Treffer heran. In einer umkämpften ersten Halbzeit blieb die Partie lange offen, ehe sich die Hausherren bis zum Seitenwechsel einen 18:15-Vorsprung erarbeiteten.
Doch Rodgau kam mit einer ganz anderen Energie aus der Kabine. Die Mannschaft zeigte Moral, erhöhte den Druck und setzte Hanau zunehmend unter Zugzwang. Tor um Tor schmolz der Rückstand, bis die Baggerseepiraten in der 40. Minute durch Nils Haus per Siebenmeter tatsächlich mit 21:20 in Führung gingen.
Als Hanaus Kapitän Jan-Eric Kleemann kurz darauf die Rote Karte sah, schien das Momentum endgültig auf die Seite der Gäste zu kippen. Rodgau war zurück im Spiel – und plötzlich lag eine Überraschung in der Luft.
Ein Derby, das auf Messers Schneide stand
Die Begegnung entwickelte sich nun zu einem offenen Schlagabtausch, in dem beide Mannschaften um jeden Zentimeter kämpften. Simon Brandt brachte Rodgau zwischenzeitlich mit 24:23 nach vorne. Doch Hanau antwortete mit drei Treffern in Folge und setzte damit ein erstes entscheidendes Ausrufezeichen.
Die Baggerseepiraten stemmten sich gegen den erneuten Rückstand, suchten weiter den Weg zum Tor und verkürzten noch einmal auf 26:27. Die Hoffnung auf etwas Zählbares lebte. Doch in dieser kritischen Phase fehlte den Rodgauern der letzte Zugriff. Während Hanau seine Angriffe konsequenter zu Ende spielte, nutzten die Gastgeber die Fehler der Gäste und setzten sich entscheidend ab.
Vor allem Marek Schöber wurde zum entscheidenden Faktor: Mit vier Treffern in Serie zwischen der 51. und 55. Minute baute Hanau den Vorsprung auf 31:26 aus. Dieser Wirkungstreffer ließ sich nicht mehr kontern. In der Schlussphase spielte der Lokalrivale den Vorsprung routiniert herunter und machte den 35:30-Derbysieg perfekt.
Trotz Niederlage ein Schritt nach vorne
Auch wenn am Ende die Enttäuschung über die verpasste Chance überwog, zeigten die Baggerseepiraten gerade nach dem Seitenwechsel, dass sie sich auch gegen einen starken Gegner zurückkämpfen können. Trainer Christian Sommer erkannte trotz der Niederlage positive Ansätze und ordnete die Leistung als Schritt in die richtige Richtung ein. Besonders das Abschlussverhalten habe sich im Vergleich zu den vergangenen Partien verbessert. Gleichzeitig bleibt klar: Um sich in der ausgeglichenen 3. Liga zu behaupten, müssen die Baggerseepiraten ihre guten Phasen künftig konsequenter nutzen und über 60 Minuten stabil bleiben.
Viel Zeit zum Hadern bleibt ohnehin nicht. Bereits am kommenden Samstag wartet mit dem TV Kirchzell das nächste Derby. Dann wollen die Rodgauer vor heimischem Publikum die richtige Antwort geben – mit Leidenschaft, Kampfgeist und dem festen Willen, wieder Punkte einzufahren.


