Nach starkem Aufbäumen in der ersten Halbzeit läuft wenig zusammen –

Es war ein Abend, an dem am Ende vor allem die Ernüchterung blieb. Die HSG Rodgau Nieder-Roden wollte dem bislang ungeschlagenen Spitzenreiter HSG Krefeld einen großen Kampf liefern – doch nach einem ordentlichen ersten Durchgang mussten sich die Baggerseepiraten Zweitliga-Absteiger deutlich mit 25:41 (14:19) geschlagen geben.

Dabei begann die Partie genau so, wie man es sich aus Rodgauer Sicht gewünscht hatte. Luca Möller und David Wucherpfennig brachten die Gastgeber früh mit 2:0 in Führung. Die RODAUSTROM Sportarena war sofort da, doch Krefeld zeigte schnell, warum die Mannschaft bis jetzt ohne Punktverlust geblieben war. Nach dem 3:3 übernahm der Tabellenführer zunehmend das Kommando und zog zunächst auf 7:4 und wenig später auf 11:5 davon. Rodgau drohte früh den Anschluss zu verlieren – doch die Mannschaft stemmte sich mit aller Kraft dagegen.

Ein Aufbäumen vor der Pause

Was anschließend folgte, war genau die Reaktion, die man sich von den Baggerseepiraten gewünscht hatte. Mit Kampf, Emotion und einer deutlich verbesserten Körpersprache arbeitete sich die HSG Tor um Tor zurück. Florian Stenger übernahm Verantwortung und traf gleich viermal zwischen der 15. und 30. Minute. Auch Nils Haus zeigte seine Klasse und steuerte drei Treffer bei. Dazu verwandelte Sam Hoddersen sicher vom Siebenmeterpunkt. Aus einem scheinbar aussichtslosen 5:12 wurde plötzlich wieder ein 14:19 zur Pause.

„Unser Überzahlverhalten haben wir dieses Mal gut ausgespielt und des Öfteren Nils Haus frei bekommen“, erkannte Trainer Christian Sommer einen positiven Ansatz. Besonders Kapitän Stenger verdiente sich ein Sonderlob: „Flo hat im ersten Durchgang unfassbar stark am Kreis gekämpft.“

Mit Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte Krefeld nochmals die Schlagzahl. Während die Gäste ihre Chancen konsequent nutzten, verlor die HSG zunehmend den Zugriff auf das Spiel. In den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff gelangen den Baggerseepiraten gerade einmal vier Treffer. Krefeld dagegen schlug achtmal zu. Beim 18:28 nach 40 Minuten war der Widerstand weitgehend gebrochen. Krefeld spielte nun seine ganze Qualität aus: enorme Wucht aus dem Rückraum, hohes Tempo und eine Konsequenz, die Rodgau an diesem Abend fehlte.

„Das ist schon eine der besten Mannschaften der Liga“, musste auch Christian Sommer anerkennen. Gleichzeitig wusste der HSG-Coach genau, wo die eigenen Probleme lagen: „Krefeld hat eine enorme Durchschlagskraft aus dem Rückraum, hat auch mal aus der Distanz einige Treffer gelandet, da müssen wir uns noch mehr steigern.

Am Ende stand ein Ergebnis auf der Anzeigetafel, das deutlich schmerzt: 25:41. Doch es war nicht allein die Stärke des Gegners, die für den klaren Unterschied sorgte. Die HSG leistete sich schlicht zu viele negative Aktionen. Insgesamt wurden 38 Fehler gezählt – eine Hypothek, die gegen einen Gegner von der Qualität Krefelds nicht aufzufangen ist.

„Wir kreieren die Chancen gut, nutzen diese aber nicht“, analysierte Sommer. Gerade bei der Wurfqualität sieht der Trainer noch erhebliches Verbesserungspotenzial: „Das ist oft alles zu ungenau und mit zu wenig Schärfe, wir finden da kein gutes Timing.“  Und trotzdem: Jetzt gilt es, den Kopf nicht hängen zu lassen, denn am Samstag wartet schon das Derby in Hanau.