Spielbericht aus der OP-OnlineSpielbericht aus der OP-Online:
Im Regionalliga-Derby werden die Handballer der TSG Offenbach/Bürgel ihrer Favoritenrolle gerecht – sie behalten gegen Aufsteiger HSG Rodgau Nieder-Roden II mit 35:27 Toren (Halbzeit 18:14) die Oberhand.
TSG Offenbach/Bürgel – HSG Rodgau Nieder-Roden II: 35:27 (18:14).
Es war letztlich ein verdienter Derbysieg für die „Berler Bulls“, die sich vor allem in der Abwehr zu steigern wussten und sich in einer starken zweiten Halbzeit ein komfortables Polster von sieben Toren schaffen konnten. Auf der anderen Seite zeigten die „Baggerseepiraten“ aber vor allem in der Anfangsphase, dass sie gegen einen erfahrenen Aufstiegsanwärter mithalten können.
Denn sie waren es, die den besseren Start erwischten: Nach fünf Minuten führte die HSG mit 4:1 und setzte die Gastgeber mit einer konsequenten Abwehr und konzentrierten Angriffen unter Druck. Auch beim 6:3 lag die HSG noch mit drei Toren vorne. „Gerade in den ersten 20 Minuten haben wir unseren Matchplan gut umgesetzt“, lobte ein hochzufriedener HSG-Trainer Ergün Sahin.
Die Gastgeber fanden aber zunehmend besser in die Partie. Nach knapp 13 Minuten gelang beim 7:7 erstmals der Ausgleich. Ein wichtiger Faktor dabei war dabei Linksaußen, der elffache Torschütze Peer Kreuzkam. „Er hielt uns im Spiel“, sagte TSG-Co-Trainer Silahan Gezer.
Nach dem Ausgleich sahen die Zuschauer in der Sportfabrik Stadtwerke Offenbach zunächst einen offenen Schlagabtausch (13:13). Dann kippte die Begegnung jedoch langsam zugunsten der Heimsieben, auch deshalb, weil der HSG zu viele technische Fehler unterliefen. Die Bulls fackelten nicht lange, sondern leiteten sofort den Gegenangriff ein und konnten sich mit einfachen Toren absetzen (15:13, 17:14, 18:14 zur Halbzeit).
Die Gastgeber machten nach Wiederanpfiff da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Sie kamen mit viel Energie aus der Kabine und arbeiteten in Abwehr und Angriff konzentriert weiter. Innerhalb kurzer Zeit wuchs der Vorsprung auf 22:15 an. Beim 24:17 und 26:19 schien die Partie bereits eine klare Richtung zu nehmen.
Allerdings folgte auch diesmal eine Phase, in der die TSG es versäumte, für klare Verhältnisse zu sorgen. Rund zehn Minuten lang gelang es ihr nicht, den Vorsprung weiter auszubauen. Beim 28:22, 30:24 und später 34:25 blieb die Partie zwar unter Kontrolle, doch die HSG nutzte die Gelegenheit, um noch einmal heranzukommen.
Silahan Gezer sprach von einer „klassischen Zehn-Minuten-Phase“, die eine Zehn-Tore-Führung verhinderte. „Wir haben Nieder-Roden eingeladen, wieder am Spiel teilzunehmen“, sagte der Co-Trainer. Eine ähnliche Situation hatte Bürgel bereits vor zwei Wochen erlebt, als eine Führung gegen Obernburg noch aus der Hand gegeben worden war und am Ende ein Punkt verloren wurde. Dieses Mal jedoch gingen die Bulls cleverer vor. Sie rissen sich zusammen und die Zügel wieder an, um mit dem 34:25 für die Entscheidung zu sorgen. Nieder-Roden betrieb in der Schlussphase noch etwas Ergebniskosmetik und verkürzte zum 35:27-Endstand.
Trotz der Niederlage konnte auch Ergün Sahin etwas Positives aus dem Derby ziehen. Besonders die ersten 20 Minuten seien ein Beleg dafür gewesen, dass seine Mannschaft auch gegen einen Aufstiegsanwärter konkurrenzfähig ist. Und wie sie sich wieder ins Spiel zurückzukämpfte, zeigt die Moral des Teams. „Zu viele technische Fehler und nicht genutzte Abschlüsse werden aber von einer Mannschaft wie Bürgel sofort bestraft“, bilanzierte Sahin.
Auf TSG-Seiten überwog die Freude über den verdienten Erfolg. „Es war ein gelungener und verdienter Derby-Sieg“, fasste Silahan Gezer zusammen. Gleichzeitig weiß man in Bürgel, dass trotz des deutlichen Ergebnisses nicht alles rund lief. Die Phase nach dem klaren Vorsprung, in der Nieder-Roden noch einmal ins Spiel zurückfinden konnte, soll aufgearbeitet werden.
Dafür sind jetzt zwei Wochen Zeit. Die Bürgeler sind dann am 18. Oktober um 18 Uhr beim noch punktlosen Schlusslicht in Petterweil zu Gast und wollen ungeschlagen bleiben, um Spitzenreiter HSG Groß-Bieberau weiter dicht an den Fersen zu heften. Nieder-Roden empfängt bereits am 17. Oktober um 16.30 Uhr die TuSpo aus Obernburg in der Rodaustrom Sportarena, hoffen hier auf den ersten Heimsieg der noch jungen Saison 2026/27.
TSG Offenbach/Bürgel: Khan, Hoppenstaedt; Köbe (2), Lubar (2), Ahouansou (1), Pjanic, Lehmann (2), Kreuzkam (11/3), Büdel (2), Lenort (5), Gjorgjijeski (1), Gaydoul (3), Hofmann (3), Schlereth (2), Röhr, Moock (1) – HSG Rodgau Nieder-Roden II: Hildebrand, Eimuth; Ullrich (6), Broschek (4), Braun (2), Schultheis (1), Eyssen (1), Kraus (4/1), Willand (1), Spanheimer, Karl (1), Klein (2), Eger (1), Maul (2), Juric (1), Jano (1) – Zeitstrafen: Jeweils 2 – Siebenmeter: 3/3 – 2/1.
