32:29 (17:14)-Erfolg in Everswinkel verschafft Luft im Abstiegskampf
Das hatte es fast ein Jahr nicht gegeben: Nach der Schlusssirene bildeten die Damen der HSG Rodgau Nieder-Roden einen Kreis und skandierten lautstark „Auswärtssieg!“ Sekunden zuvor hatten sie mit 32:29 (17:14) beim SC DJK Everswinkel gewonnen und erstmals in dieser Runde in fremder Halle doppelt gepunktet. Der Erfolg im Münsterland kam zum richtigen Zeitpunkt: Da Verfolger SC Markranstädt am Vortag gegen Blomberg-Lippe verloren hatte, beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz wieder drei Zähler. „Wir haben heute das gezeigt, was wir können“, sagte Ergün Sahin. „Die Abwehr hat sehr gut gestanden“, lobte der Trainer der Baggerseepiratinnen. „Und im Angriff haben wir diesmal unsere Torchancen weitgehend genutzt.“
Doch der Reihe nach: Die erste Halbzeit war lange umkämpft, erst kurz vor dem Seitenwechsel konnten sich die HSG-Damen absetzen. Sie führten 17:13 (29.), mussten dann noch den Gegentreffer zum Halbzeitstand hinnehmen. Nach dem Pausentee hatten die Rodgauerinnen die Begegnung zunächst im Griff, lagen mit 18:14 vorn (33.), später mit 24:20 (44.). „Danach sind wir zu hektisch geworden“, erkannte Ergün Sahin. „Dadurch haben wir den Ball ein paar Mal zu leicht hergegeben.“ In Folge kam Everswinkel mit einem 3:0-Lauf wieder auf ein Tor heran (49.). Auch Dank der Torhüterparaden von Sophie Born und später von Naomi Speckhardt blieben die Baggerseepiratinnen im zweiten Abschnitt in Führung. Zwischenzeitlich bauten sie ihren Vorsprung wieder auf vier Tore aus, führten mit 30:26 (56.). Es wurde dann noch einmal eng, als die Gastgeberinnen zweimal trafen (57./58.), „doch wir konnten kühlen Kopf bewahren“, fasste Ergün Sahin die Schlussphase zusammen. „Kompliment an die Mädels, wie sie die Nerven behalten haben.“
Der Trainer hob Christine Burgard (12/5) hervor, die 60 Minuten durchspielte. „Chrissi hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt“, betonte er. „Hinten hat sie die Abwehr dicht gehalten, vorne Pässe gespielt und die Dinger gemacht.“ Auch den anderen Rückraumspielerinnen Pia Magnago (7/1), Jana Göbel (5) und Jil Riecke (4) bescheinigte Sahin eine starke Leistung. „Letztlich war aber es der Sieg eines geschlossen Kollektivs!“ Selbst die kurzfristigen krankheitsbedingten Ausfälle von Katharina Keller und Jule Krüger (im Kader, aber wurde geschont) konnten die Mannschaft nicht stoppen. Zudem kommt die lange verletzte Kreisläuferin Jessica Straub (2) immer besser in Fahrt. Schon nächsten Samstag geht es für die Baggerseepiratinnen weiter. Dann kann daheim gegen den 1. FC Köln ein großer Schritt in Richtung Drittligaverbleib gemacht werden.