Ein sehenswertes Oberliga-Duell lieferten sich die Handballer von SG Egelsbach und HSG Rodgau Nieder-Roden II. Hatten zur Pause noch die Gastgeber mit zwei Toren vorne gelegen, drehten die „Baggerseepiraten“ den Spieß in Hälfte zwei um und nahmen die Punkte mit auf die Heimreise.
SG Egelsbach – HSG Rodgau Nieder-Roden II: 32:34 (16:14)
Es war ein spannender Fight auf Augenhöhe, den die Zuschauer in der Dr.-Horst-Schmidt-Halle geboten bekamen. Beide Mannschaften gaben bis zuletzt Vollgas und schenkten sich nichts – was auch an den insgesamt 17 Zeitstrafen ersichtlich wurde.
Den besseren Start erwischten die Hausherren, die mit einer 4:1-Führung Gästetrainer Ergün Sahin zu einer frühen Auszeit zwangen. „Ich habe meine Jungs neu eingestellt und wachgerüttelt“, sagte dieser. Die passende Antwort kam prompt: Die „Baggerseepiraten“ glichen aus (5:5) und zogen kurzzeitig vorbei (8:10). Bis zur Pause entwickelte sich ein offenes Spiel, in dem die Egelsbacher – wiederum ohne ihre sechs verletzten Rückraumspieler – mit 12:10, 14:11 und 16:14 vorne lagen. „Vorgaben und Änderungen, die wir in den vergangenen Wochen besprochen haben, wurden beherzigt“, zeigte sich SGE-Coach Patrick Kütemeier angetan vom Auftritt seiner Spieler. Dagegen ließ die HSG-Reserve in der Phase vor der Pause zu viele Chancen ungenutzt, fing sich „unnötig einfache Gegenstoßtore ein“. Ergün Sahin sprach deshalb in der Kabine noch einige Dinge klar an, außerdem stellte er die Abwehr taktisch um.
Die Rodgauer bügelten den 14:17-Rückstand kurz nach Wiederanpfiff aus und egalisierten zum 19:19 (39.). Dank der deutlich stabiler stehenden Defensive mit starken Torhütern Bludau (1. Halbzeit) und Hildebrand (2. Halbzeit), die wichtige Akzente und mehrere Würfe entschärft haben, konnten sie sich wiederum einen Vorteil von zwei, drei Toren verschaffen. Als die Gäste den Vorsprung drei Minuten vor Schluss sogar auf vier Tore ausbauten (29:33), schien der Auswärtssieg perfekt. Doch Egelsbach hatte sich trotz der lediglich verbliebenen 180 Sekunden noch längst nicht aufgegeben, sondern glaubte bis zuletzt an die Chance, hier nicht leer auszugehen. Tatsächlich wurde Tor um Tor aufgeholt und der Anschluss hergestellt (32:33). Sollte der SGE diesmal – nach knappen Niederlagen – das Glück hold sein, um sich wenigstens noch einen Punkt gutschreiben zu können? Es gelang nicht, weil sich der Tabellenführer 30 Sekunden vor Schluss den Ball eroberte und im Gegenstoß den 34:32-Sieg perfekt machte.
Hochzufrieden mit dem Auftritt seines jungen Teams war Ergün Sahin. „Gerade in diesem emotional aufgeladenen Auswärtsspiel hat selbst der Jüngste mit 17 Jahren viel Verantwortung übernommen.“ Im Kollektiv sei Moral gezeigt worden. „Wir brennen jedes Mal aufs Neue und drücken auch weiterhin aufs Gaspedal“, verspricht er.
Aber auch sein Gegenüber sprach von einer insgesamt sehr guten Leistung. Patrick Kütemeier gab zu bedenken, dass aufgrund der fehlenden Rotation im Rückraum hintenraus die Kraft ausging. „Der Torhüterwechsel zur zweiten Halbzeit hat uns dann den Zahn gezogen“, gibt er zu.
Bis zum 17. Januar 2026 wird nun pausiert. Dann genießt die HSG Rodgau Nieder-Roden II Heimrecht gegen TGS Niederrodenbach, während die die SG Egelsbach bei Aufsteiger SG Arheilgen zu Gast ist.
SG Egelsbach: Chantre, Krasusky; Yasli (3), Müller, Pasincevs (2), Tino Zecher (7), Meinelt (2), Redling, Gärtner (5/1), Gjorgjieski (1), Finger (3), Hülsen (5), Pulcher (4). HSG Rodgau Nieder-Roden II: Hildebrand, Bludau; Langner (2), Landskron (8), Ullrich (2), Broschek (6), Schultheis (2), Eyssen (1), Kraus, Trageser (5/3), Spanheimer, Müller, Ehrlich (6), Schopper (1), Eger, Klein (1). Zeitstrafen: 8 – 9 – 7m: 2/1 – 5/3.
