Mit einem herausragenden Nils Hassler auf Rechtsaußen gewinnt die HSG Rodgau in der 3. Liga das Hessenderby gegen die TSG Münster mit 35:30 und beendet damit ihre jüngste Negativserie.
Nieder-Roden – Das waren keine einzelnen Steine, das war eine ganze Steinlawine, die den Handballern der HSG Rodgau Nieder-Roden nach dem 35:30 (14:15)-Derbysieg in der 3. Liga gegen die TSG Münster von den Herzen fiel. Nach fünf Niederlagen hintereinander bejubelten die „Baggerseepiraten“ wieder einmal einen Sieg. Bis zum 27:27 in der 50. Minute war die Begegnung komplett ausgeglichen, dann aber bogen die Nieder-Rodener mit einem 4:0-Lauf auf die Siegerstraße ein. „Wir haben endlich einmal das Momentum für uns genutzt“, freute sich Nieder-Rodens Kapitän Florian Stenger. Genau das war der HSG in den vergangenen Wochen in den entscheidenden Phasen nicht gelungen.
Hassler übernimmt die Verantwortung
Wie schon in der vergangenen Woche beim Longericher SC (31:43) saß Philipp Bludau als zweiter Torhüter für den verletzten Philipp Hoepffner (Muskelfaserriss) auf der Bank. Auf Rechtsaußen ersetzte Nils Hassler, der bereits in Köln reichlich Spielzeit gesammelt hatte, Nils Haus. Und die „Routine auf rechts“ zahlte sich aus. Hassler, der seine Karriere nach Rundenschluss beendet, erzielte die ersten drei HSG-Treffer und avancierte mit neun Toren zum erfolgreichsten Torschützen der Hausherren. Und nachdem Toptorjäger Sam Hoddersen in der vergangenen Woche zweimal vom Punkt gescheitert war, übernahm der 31-Jährige auch bei den Siebenmetern die Verantwortung. „Nach einer längeren Negativserie, die wir auch nicht gewohnt sind, ist die Erleichterung riesengroß. Ich kann der Mannschaft helfen und ich möchte helfen, ich habe ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel“, meinte Hassler.
Siebeneinhalb Stunden lang Einzelgespräche
Insgesamt liegt hinter der HSG eine intensive Woche. „Ich habe siebeneinhalb Stunden Einzelgespräche geführt“, sagte Marco Rhein. „Dass wir anders auftreten, entschlossener, mit mehr Willen. Wir wollten den Sieg unbedingt. Wir hatten in der ersten Hälfte eine Phase, da war zu sehen, dass wir derzeit nicht mit Selbstvertrauen gesegnet sind. Aber das haben wir uns dann in der zweiten Hälfte geholt.“ Erleichtert und zufrieden war nach „teilweise schlaflosen Wochen“ auch Nieder-Rodens Trainer Christian Sommer: „Ich bin megastolz, wie die Mannschaft gekämpft hat. Kampf und Leidenschaft, das waren die Attribute, die wir an den Tag gelegt haben.“ Enttäuscht war dagegen Münsters Trainer Daniel Wernig, dessen Mannschaft im Kampf um Platz drei erneut wichtigen Boden verlor: „Ich kann das noch nicht bewerten“, meinte er mit Blick auf die Niederlage auf der Pressekonferenz kurz nach Spielende: „Ich habe 50 Minuten ein sehr gutes, intensives Spiel auf beiden Seiten gesehen. Die letzten zehn Minuten müssen wir uns anschauen und bewerten. Das habe ich nicht kommen sehen, wie wir in den letzten zehn Minuten performen.“
Enttäuscht war auch Münsters Rückraumspieler Jakob Gollan, der nach zwei Jahren bei der HSG Rodgau vor Rundenbeginn zur TSG zurückgekehrt war. Nach Nieder-Roden zurückzukommen, „ist schon etwas Besonderes. Hier ist immer gute Stimmung, das war auch dieses Mal zu sehen. Die Halle macht einen Riesenunterschied. Wir haben nicht schlecht gespielt, doch ab der 50. Minute ist das Spiel gekippt. Die Niederlage ist in der Höhe nicht unbedingt gerechtfertigt.“
Zeitstrafen: 0:6 – 7m: 6/7 – 4/4
HSG Rodgau: Becker, Bludau; Wucherpfennig, von der Au (4), Wunderlich, Haus (2), Stenger (1), Georgi, Weiland (3), Hassler (9/3), Markert, Hoddersen (8/3), Planken, Brandt (8), N. Zelser, Klein




