Naomi Speckhardt (Foto) überragt beim 26:20 (13:12)-Sieg gegen den Favoriten –

Am Ende gab es stehende Ovationen von den begeisterten Fans. Mit ihrer besten Saisonleistung bezwangen die Damen der HSG Rodgau Nieder-Roden die hochfavorisierte TSG Leihgestern mit 26:20 (13:12). „Das waren die Überraschungspunkte, von denen ich im Vorfeld gesprochen hatte“, freute sich Florian Lebherz. „Der Sieg war umso wichtiger, weil unsere Mitkonkurrenten Leipzig und Aldekerk an diesem Wochenende ebenfalls gepunktet haben“, sagte der Trainer der Baggerseepiratinnen mit Blick auf die Tabellenkonstellation. „Für die verbleibenden vier Spiele im Kampf um den Ligaverbleib hilft uns das ungemein!“ Lebherz lobte die taktische Disziplin und die geschlossene Mannschaftsleistung seiner Schützlinge, hob dabei Naomi Speckhardt hervor. Die Torhüterin entschärfte mehr als ein Dutzend bester Chancen und hielt dabei zahlreiche freie Würfe. „Unglaublich, Weltklasse, es gibt kaum eine Kategorie, mit der sich diese Leistung beschreiben lässt!“, schwärmte der Coach.

Abwehr steht wie eine Eins 

Im Hessenduell zeigten die Baggerseepiratinnen von Beginn an, wer an diesem Tag das Heft in der Hand haben würde. Schnell führten sie mit 5:2 (8. Minute), nach gut 23 Minuten sogar mit 12:8. Allerdings versäumten sie es, sich frühzeitig abzusetzen. „Wir hatten im ersten Abschnitt neun Fehlwürfe aus besten Positionen“, registrierte Florian Lebherz. „Offensiv war da noch etwas Luft nach oben.“ Die Folge: Leihgestern kam bis zum Pausentee auf einen Treffer heran. Wer nun glaubte, dass die Partie kippen würde, sah sich getäuscht. Im Gegenteil: Nach dem Seitenwechsel ließen die Rodgauerinnen in den ersten zwölfeinhalb Minuten nur ein einziges Gegentor zu (43.); die Abwehr stand jetzt wie eine Eins! Und vorne wurden die Chancen nun eiskalt verwandelt. Stück für Stück setzen sich die HSG-Damen ab, zunächst auf 21:16 in der 48. Minute. Spätestens nach einem Doppelschlag der zwölffachen Torschützin Jil Riecke (12/3) und von Linkshänderin Elena Bonifer (4) war die Messe gelesen. Binnen 30 Sekunden erhöhten beide auf 25:18 (55.).

Auf diese Leistung aufbauen  

„Die heutige Begegnung hat gezeigt, was bei uns möglich ist, wenn alle Spielerinnen verletzungsfrei an Bord sind“, resümierte Florian Lebherz. In den nächsten Spielen heißt es nun, auf diese starke Leistung aufzubauen. Am Samstag geht es nach Wülfrath, einem Gegner, der im Hinspiel buchstäblich in letzter Sekunde beide Zähler aus Nieder-Roden entführte. Einerseits möchten sich die Baggerseepiratinnen für die unglückliche Niederlage revanchieren. Zugleich wollen sie sich eine gute Ausgangsposition für den Showdown in knapp zwei Wochen gegen den HC Leipzig verschaffen. Wichtig wird es sein, im Saisonendspurt unbedingt aktiv weitere Punkte zu holen, anstatt passiv auf andere zu hoffen. „Wir können und wollen uns nicht auf Schützenhilfe verlassen“, blickt Florian Lebherz auf die anstehenden Wochen der Wahrheit. Nach dem zweiten Heimsieg hintereinander und so dem gewonnenen Selbstbewusstsein ist der Ligaverbleib schließlich aus einer Kraft möglich.